Trockenfutter, Dosenfutter oder doch besser Rohfütterung?
Wie ernähre ich meine Katze oder meinen Hund gesund?
Das Verdauungssystem von Hunden und Katzen ist ebenso wie das Verdauungssystem ihrer Vorfahren, der Wölfe und Falbkatzen, von Natur aus daran angepasst, ganze Beutetiere zu greifen, zu zerreißen und zu verdauen. Frei lebende Katzen fangen sich viele Male am Tag kleine Beutetiere, meist Mäuse, und verzehren sie vollständig – also mit Haut und Haaren, Blut und Innereien. Wölfe, die Urväter unserer Hunde, jagen große Beutetiere und verzehren sie ebenso fast vollständig. Damit nehmen Katzen und Wölfe/Hunde nicht nur alles auf, was sie an Nährstoffen brauchen. Sie pflegen beim Zerreißen der Beute auch ihre Zähne und kräftigen Kaumuskulatur und Zahnfleisch.
Rohfütterung
Die Rohfütterung unserer Hunde und Katzen ist also natürlich, artgerecht und trägt erheblich zur Gesundheit bei, wenn wir dabei das Beutetier so gut wie möglich nachahmen. Das bedeutet, abwechslungsreich zu füttern. Also nicht nur Muskelfleisch, sondern möglichst alles vom Huhn, vom Rind und von anderen Tieren, was wir bekommen können. Mit alles meine ich Fleisch von allen Körperteilen des Tieres, Muskelfleisch, innere Organe, fleischige Knochen, Knorpel, Hälse, Ohren mit Fell. Hunde können auch getrocknete Rinderhaut, Ohren u.ä. bekommen. Das Fleisch wird nicht gewolft verfüttert, sondern in Stücken, damit Hund und Katze das Fleisch richtig zerreißen und die Knochen zerbeißen und abnagen können. Die meisten Katzen fressen auch gerne mal einen rohen fetten Fisch, z.B. Lachs oder Makrele. Es gibt auch Hunde, die gern Fisch fressen. Man muss es ausprobieren.
Wenn man möglichst abwechslungsreich verschiedene Fleischsorten und Knochen füttert, sind regelmäßige Vitamin- und Mineralstoffzusätze nicht notwendig. Mindestens einmal die Woche sollte man etwas Meersalz über das Fleisch streuen. Das ersetzt das im Blut der frischen Beute befindliche Salz. Wenn man wie wir einen Hund hat, der fast täglich Meerwasser säuft, kann man darauf verzichten. Gelegentlich kann man etwas Öl (Lein-, Oliven-, Nachtkerzen-, Walnuss-, Lachsöl) über das Futter geben. Bei Katzen wird häufig die Gabe von Taurin empfohlen. Bei abwechslungsreicher Fütterung nehmen sie jedoch ausreichend Taurin übers Futter auf. Was ich allen unseren Tieren immer mal wieder füttere, sind Algen (in Pulverform), das beste Nahrungsergänzungsmittel, das ich kenne. Ich bevorzuge Chlorella-Algen, weil sie nicht nur Proteine, Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fettsäuren etc. enthalten, sondern gleichzeitig Schwermetalle und andere Nervengifte im Darm binden, so dass der Körper sie ausscheiden kann. Zusätzlich verbessern sie die Fließeigenschaften des Blutes. Man kann die Algen als Kur über einen Zeitraum von einigen Wochen täglich oder 2-3 Mal wöchentlich geben. Auch bei erhöhtem Mineralstoffbedarf, z.B. bei einer Erkrankung, kann man sie täglich geben. Chlorella-Algen nehmen auch mein Mann und ich immer mal wieder (als Presslinge).
Bei den Algen ist es wichtig Bio-Algen zu nehmen. Diese werden unter kontrollierten Bedingungen ohne chemische Pflanzenschutzmittel oder Dünger aufgezogen und sind rückstandsgeprüft und schadstofffrei (besonders frei von Schwermetallen). Würde man die Algen einfach so aus dem Meer fischen, wären sie voll von Schwermetallen.
Gemüse, Obst, Kräuter, Beeren
Der Wolf frisst außer Beutetieren auch mal Obst, Beeren, Kräuter, Gräser und Wurzeln, natürlich roh. Auch unsere Hündin pflückt sich im Sommer gern ein paar Himbeeren oder bettelt im Herbst um ein Stück Apfel. Genauso fressen viele Hunde und Katzen von selbst Gras zur Darmpflege.
Gemüse sollten Hunde meines Erachtens in Maßen und roh zu fressen bekommen. Dies dient der Darmpflege – genau wie das Fressen des Fells der Beutetiere. Es regt die Darmperistaltik an und reinigt den Darm. Gemüse gilt für mich nicht als Futterbestandteil, sondern als Mittel zur Darmpflege und um Verstopfungen zu lösen. Ich gebe dazu meist geriebene Möhren über das Futter.
Obst und Beeren betrachte ich als Ergänzungsfutter und Naschwerk.
Kräuter gebe ich gelegentlich ergänzend übers Futter. Hier verwende ich die pulverisierte Mischung. Man kann natürlich auch frische Kräuter aus dem Garten oder Wald klein hacken und über das Futter geben.
Milchprodukte gehören in meinen Augen nicht auf den Speiseplan erwachsener Tiere, seien es nun Hunde, Katzen oder andere.
Das hat folgenden Grund:
Erwachsene Tiere verfügen nicht über die notwendigen Enzyme zur Verdauung von Milchprodukten. Diese Enzyme besitzen nur die Welpen und sie werden mit dem Älterwerden abgebaut. Das erwachsene Tier produziert sie gar nicht mehr. Eine Unverträglichkeit von Milchprodukten äußert sich jedoch nicht bei jedem Hund mit Durchfall. Wie bei der Lactoseunverträglichkeit des Menschen kann es auch einfach nur zu einer von außen nicht merkbaren Belastung des Darms durch den „Fremdkörper“ Milchprotein kommen. Da der Darm den größten Teil des Immunsystems ausmacht, kann sich das in einer verminderten Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen oder auch in Schlappheit, Müdigkeit äußern.
Mit der Fütterung von Milchprodukten wird häufig bezweckt, die Darmflora zu unterstützen. Es geht darum, dem Darm die „guten“ lebenden Milchsäurebakterien zuzuführen. Dafür gibt es jedoch andere besser geeignete Produkte, die nicht auf Kuhmilch basieren. Dazu zählen z. B. Kanne Brottrunk evtl. vermischt mit Kanne Fermentgetreide oder Pro Biosa Pet. Generell ist die Fütterung von Produkten mit lebenden Milchsäurebakterien bei Hunden nur in bestimmten Fällen nötig bzw. hilfreich, z.B. bei der Umstellung von Fertigfutter auf Rohfutter oder bei Erkrankungen. Ein gesund ernährter, also roh ernährter Hund, der auch gelegentlich Pansen oder Blättermagen zu fressen bekommt (enthält Milchsäurebakterien), benötigt nicht noch extra Milchsäurebakterienhaltige Produkte.
Katzen füttert man am besten 2 - 4mal täglich, Hunde 1 - 3mal.
Futterquellen für Rohfütterung
Wer roh füttert, muss sich Gedanken machen, woher er sein Futterfleisch, Knochen etc. beziehen möchte. Am besten ist es sicherlich, das Futter aller paar Tage frisch zu kaufen. Wenn man eine entsprechende Quelle kennt, ist das eine gute Lösung. Größere Mengen kann man frisch einfrieren.
Wenn man wie ich große Mengen für mehrere Tiere und einen längeren Zeitraum benötigt, gibt es die Möglichkeit, sich von Futterfleischhändlern mit gefrorenem Fleisch beliefern zu lassen. Gefrorenes Futterfleisch wird i.d.R. frisch verarbeitet und gefroren. Alle Nährstoffe bleiben also erhalten. Hier gibt es zahlreiche Quellen im Internet. Zwei, mit denen ich gute Erfahrung gemacht habe, nenne ich hier:
Trockenfutter
Trockenfutter wird uns heute von der Futtermittelindustrie in vielen verschiedenen Sorten angeboten. Die Fütterung damit ist einfach und bequem. Man kann es den Tieren den ganzen Tag zur Verfügung stellen, weil es nicht schlecht wird oder anfängt zu riechen. Das hat natürlich seine Ursache in zugesetzten Konservierungsstoffen.
Mit natürlicher, artgerechter Fütterung hat Trockenfutter aber rein gar nichts zu tun. Das sieht man schon, wenn man es sich anschaut. Was an Inhaltsstoffen enthalten ist, kann man überhaupt nicht mehr erkennen. Das Futter wird unter hohen Temperaturen verarbeitet, so dass sämtliche natürlichen Vitamine und Mineralstoffe zerstört und die Eiweiße aus dem Fleisch denaturiert werden. Um die Verluste auszugleichen, werden künstliche Vitamine und Mineralstoffe – oft in viel zu hohen Mengen – zugesetzt, die vom Körper wesentlich schlechter verarbeitet werden können. Auch denaturierte Eiweiße kann der Körper deutlich schlechter verarbeiten als natürliche aus rohem Futter.
Das Trockenfutter wird so stark zerkleinert, dass keine natürlichen Strukturen mehr vorhanden sind. Vor allem für Katzen wird das Futter dann in so kleine Bröckchen gepresst, dass es nur heruntergeschluckt werden muss. Zähne und Kaumuskulatur haben rein gar nichts mehr zu tun und werden nicht gepflegt. Zahnstein ist häufig die Folge.
Dazu kommt, dass Trockenfutter i. d. R. einen hohen Anteil an Getreide enthält. Weder Katzen noch Hunde benötigen Getreide. Hunde können es noch recht gut verarbeiten, Katzen dagegen fast gar nicht. Der Getreideanteil des Trockenfutters kommt also quasi direkt wieder hinten raus. Das ist der Grund, warum Katzen und Hunde, die Trockenfutter fressen, so viel Kot produzieren. Die Verarbeitung dieser schwer und nicht verdaulichen Futterbestandteile und die Ausscheidung der vielen Abfallprodukte belastet die Organe und lässt die Tiere schneller altern oder erkranken. Getreide gilt heute als einer der häufigsten Allergieauslöser bei Hunden und Katzen und ist der Hauptauslöser der allseits gefürchteten Magenumdrehungen bei Hunden. Es sollte nicht Bestandteil einer artgerechten Fütterung sein.
Für Katzen ist die Fütterung mit Trockenfutter noch aus einem anderen Grund geradezu gesundheitsschädlich. Katzen sind Wüstentiere und nehmen normalerweise den größten Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über ihr Futter, also über ihre Beutetiere, auf. Sie trinken fast kein Wasser. Katzen, die mit Trockenfutter gefüttert werden, ändern diese angeborenen Gewohnheiten nicht. Sie bekommen nicht, wie wir Menschen häufig annehmen, übermäßig Durst, den sie dann mit Wasser stillen. Sie fressen ihr Trockenfutter, dass viel weniger Wasser enthält als Dosenfutter oder Fleisch und trinken trotzdem kaum. Dadurch fehlt ihrem Körper ein Teil des für gesunde Körperfunktionen lebenswichtigen Wassers. Wenn eine Katze mehrere Jahre auf diese Art gefüttert wurde und ihr Körper einen damit einhergehenden ständigen Wassermangel leidet, endet das häufig nach 5-10 Jahren mit einer Niereninsuffizienz oder Harnwegserkrankungen. Durch das mangelnde Wasser wird der Urin zu stark konzentriert. Es können sich Harnsteine bilden, die die Niere und die Harnwege schädigen.
Dosenfutter
Dosenfutter unterscheiden sich in der Qualität und Eignung als „Lebens“-Mittel sehr. Es gibt Futter, die reines Fleisch enthalten. Die meisten enthalten kleine bis hohe Anteile an Getreide, das von Hunden und Katzen mehr oder weniger unverdaut wieder ausgeschieden wird. Auch hier hat man die bekannten großen Kotmengen. Und auch hier kann das Getreide Allergien auslösen.
Grundsätzlich enthält Dosenfutter mehr Flüssigkeit als Trockenfutter, so dass die Nieren der Katzen hier nicht aufgrund eines Wassermangels Schaden nehmen. Es ist jedoch so weich, dass auch dieses Futter nur geschluckt werden muss. Zähne und Kaumuskulatur werden also nicht beansprucht oder gepflegt und die Bildung von Zahnstein wird dadurch gefördert. Auch im Dosenfutter sind die Eiweiße denaturiert (das gilt übrigens auch für selbst gekochtes Fleisch), also quasi zerkocht, und in dieser Form deutlich schlechter für den Körper aufzunehmen. Künstliche Vitamine und Mineralstoffe werden dem Futter zugesetzt, um die Verluste durch das Erhitzen bei der Herstellung auszugleichen.
Eine auf Ernährung spezialisierte Tierärztin in meiner Ausbildung hat einmal gesagt, dass beim Erhitzen der Dosen in den Dosen chemische Reaktionen stattfinden und dabei Stoffverbindungen entstehen, die nicht auf der Inhaltsangabe stehen. Wenn ein Hund dann beim Fressen von Dosenfutter mit der Aufschrift „Huhn“ Unverträglichkeitsreaktionen zeigt, nimmt man i. d. R. an, dass er kein Huhn verträgt. Das muss jedoch nicht stimmen. Der gleiche Hund hat u.U. keinerlei Probleme mit der Verdauung von rohem Huhn. Durch die Vermischung vieler Zutaten und deren Veränderung in den Herstellungsprozessen weiß man bei der Fütterung von Dosen- und auch Trockenfutter nie genau, auf welchen Bestandteil des Futters ein Tier mit Unverträglichkeit reagiert.
Für mich ist die Fütterung mit industriell hergestelltem Futter eine Hauptursache der vielen Zivilisationskrankheiten unserer Haustiere. Von Wildtieren, die ihre Nahrung roh und frisch fressen, hört man nicht, dass sie Herz-, Kreislauf-, Haut-, Gelenkkrankheiten, Übergewicht, Immunschwächen oder Krebs entwickeln. Aber unsere mit Industriefutter gefütterten Haustiere zeigen inzwischen eine riesige Palette von Erkrankungen. Und immer kommen neue hinzu.
Ich bin inzwischen soweit, dass ich jeden Hund und jede Katze, die zu mir in Behandlung kämen, auf Rohfütterung umstellen würde, egal bei welcher Krankheit. Irgendeinen Anteil an der Erkrankung hat die Fütterung mit Industriefutter in meinen Augen immer.
Kompletter Text auf nachfolgender Homepage:
Antje Roggemann
Tierheilpraktikerin (ATM),
Reiki-Heilerin
Naturheilverfahren und Ernährungsberatung
für Hunde, Katzen, Pferde, Kaninchen
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